ZEITGESPRÄCHE mit Gerhard Schmid

Gerhard Schmid

Martina Salomon im ZEITGESPRÄCH #124 mit Gerhard Schmid | Medien, KI, Politik & Vertrauen

Martina Salomon spricht über ihren Weg im Journalismus, den Wandel durch Digitalisierung und KI sowie über finanzielle Probleme der Medien. Sie betont journalistische Kontrolle, Distanz zur Politik und die Bedeutung von Vertrauen und Verantwortung.

14.10.2026 34 min

Zusammenfassung & Show Notes

Gespräche auf Augenhöhe, auf Höhe der Zeit: Die „ZEITGESPRÄCHE“ sind ein eindrückliches Zeugnis von Anstand und Respekt.

Zeit für Gespräche – Zeit für Antworten. Gerhard Schmid liefert mit seinen „ZEITGESPRÄCHEN“ beides. Und das zur richtigen Zeit. Denn mit dieser Reihe gelingt, was in der Eile des Alltags oft leider zu kurz kommt: Erfahrung und Persönlichkeit zusammenbringen. Das Gespräch suchen und finden. Zuhören, Menschen und ihre Geschichten und Erfahrungen wirken lassen. 

Im Gespräch wird zunächst der Werdegang von Martina Salomon als Journalistin und heutige Herausgeberin des „Kurier“ skizziert. Sie berichtet, dass der Einstieg in den Journalismus aus ihrer Sicht vor allem durch Learning by Doing geprägt sei. Ein Studium sei hilfreich, müsse aber nicht aus dem Fach selbst kommen. Auch ihr eigener Weg führte vom ursprünglichen Interesse am Kulturjournalismus über Politik bis in Führungsfunktionen.
Ein Schwerpunkt ist die Rolle des „Kurier“ und seine Tradition. Salomon beschreibt Hugo Portisch als zentrale Gründungsfigur und betont dessen Prinzip „Check, Recheck, Doublecheck“. Portisch wird als moderner, multimedialer Journalist dargestellt, dessen Arbeitsweise und Denkweise weiterhin als Vorbild gelten. Auch sein politisches und europäisches Denken wird erwähnt.
Danach geht es um die Veränderungen im Journalismus. Salomon spricht von einer erneuten Transformation durch Digitalisierung, ökonomischen Druck und künstliche Intelligenz. KI werde in der Recherche, beim Kürzen von Texten und bei Titelvorschlägen genutzt, müsse aber immer von Journalistinnen und Journalisten kontrolliert werden. Gleichzeitig werde klassischer Journalismus mit verlässlicher Recherche wieder wichtiger, weil viele Inhalte im Netz von Bots erzeugt würden.
Ein weiterer großer Themenblock betrifft die wirtschaftliche Lage der Medien. Der Printbereich sei in Österreich noch stark, aber teuer. Die Umstellung auf digitale Angebote habe zwar technisch gut funktioniert, doch sinkende Zahlungsbereitschaft und die Dominanz großer Plattformen im Online-Werbemarkt erschwerten die Finanzierung.
Im letzten Teil geht es um Politik, Vertrauen und Polarisierung. Besprochen werden das Verhältnis zwischen Medien und Politik, die Rolle von Populismus, die Vertrauenskrise in demokratischen Institutionen sowie Entwicklungen in Österreich, Europa und den USA. Salomon und ihr Gesprächspartner betonen die Bedeutung von Distanz, sachlicher Kritik und demokratischer Verantwortung. Abschließend werden persönliche Vorlieben wie Lesen, Kochen und das Verhältnis von Politik und Kulinarik angesprochen.

Die „ZEITGESPRÄCHE“ sind geprägt von Anstand und Respekt. Vor Menschen, Werten und dem demokratischen Miteinander. Sie verbinden spannende Einblicke mit klugen Gedanken und vergnüglichen Momenten im Leben wunderbarer Persönlichkeiten.