Michael Stampfer 🎙️🔬 | Geschäftsführer des Wiener Wissenschafts-, Forschungs- und Technologiefonds im ZEITGESPRÄCH 104 mit Gerhard Schmid
Gerhard Schmid und Michael Stampfer, Geschäftsführer des Wiener Wissenschafts-, Forschungs- und Technologiefonds, erörtern die Herausforderungen der Forschungspolitik in Europa und betonen die Bedeutung von interdisziplinärem Arbeiten und der Unterstützung für Bildung.
22.03.2025 37 min
Zusammenfassung & Show Notes
Gespräche auf Augenhöhe, auf Höhe der Zeit: Die „ZEITGESPRÄCHE“ sind ein eindrückliches Zeugnis von Anstand und Respekt.
Zeit fĂĽr Gespräche – Zeit fĂĽr Antworten. Gerhard Schmid liefert mit seinen „ZEITGESPRĂ„CHEN“ beides. Und das zur richtigen Zeit. Denn mit dieser Reihe gelingt, was in der Eile des Alltags oft leider zu kurz kommt: Erfahrung und Persönlichkeit zusammenbringen. Das Gespräch suchen und finden. Zuhören, Menschen und ihre Geschichten und Erfahrungen wirken lassen.Â
Zeit fĂĽr Gespräche – Zeit fĂĽr Antworten. Gerhard Schmid liefert mit seinen „ZEITGESPRĂ„CHEN“ beides. Und das zur richtigen Zeit. Denn mit dieser Reihe gelingt, was in der Eile des Alltags oft leider zu kurz kommt: Erfahrung und Persönlichkeit zusammenbringen. Das Gespräch suchen und finden. Zuhören, Menschen und ihre Geschichten und Erfahrungen wirken lassen.Â
In einem aufschlussreichen Interview diskutieren Gerhard Schmid und Michael Stampfer die Herausforderungen und Chancen der Wissenschafts- und Forschungspolitik in Wien und Europa. Gerhard Schmid, Geschäftsführer des Wiener Wissenschafts-, Forschungs- und Technologiefonds (WWTF), hebt die Notwendigkeit von Offenheit in der Forschung hervor, betont aber auch die wachsende Dialektik zwischen Offenheit und Paranoia. Er verweist auf berechtigte Bedenken hinsichtlich Wissenstransfers und unlauterer Praktiken, die eine gesunde Balance zwischen Kooperation und Schutz verlangen. Schmid äußert seine Begeisterung für Wien als Ort der Wissenschaft und Kultur. Er beobachtet einen zunehmenden interdisziplinären Dialog zwischen verschiedenen Disziplinen und Institutionen, wodurch die Zusammenarbeit in der Forschung gefördert wird. Er betont die Wichtigkeit von interdisziplinärem Denken, insbesondere in Bereichen wie Künstliche Intelligenz und Biowissenschaften. Schmid erläutert, dass die Kombination von Computerwissenschaften, Medizin und anderen Disziplinen entscheidend ist, um neue und effektivere Erkenntnismethoden zu entwickeln. Stampfer und Schmid stellen fest, dass Wien über bemerkenswerte Stärken in der Medizin, Biologie und Chemie verfügt. Schmid erläutert spezifische Forschungsinitiativen des WWTF, die Präzisionsmedizin und öffentliche Gesundheit betreffen, und hebt die Notwendigkeit der Zusammenarbeit zwischen verschiedenen Fachbereichen hervor. Diese interdisziplinäre Kooperation führt zu besseren Forschungsergebnissen und fördert den Austausch zwischen Wissenschaft und Praxis. Im Gespräch über die Herausforderungen, die Österreich im internationalen Kontext gegenübersteht, thematisiert Schmid den Wettbewerb um Talente. Er hebt hervor, dass die Lebensqualität in Wien, die Bildungseinrichtungen und die Unterstützung für Familien entscheidend sind, um Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler nach Wien zu ziehen. Die Diskussion lehnt sich an wichtige statische Faktoren an, die beim Vergleich zwischen Wien und anderen internationalen Forschungsstandorten eine Rolle spielen. Die Gesprächspartner reflektieren die Verbindungen zwischen universitären und außeruniversitären Forschungsinstitutionen in Österreich. Schmid betont, dass es eine etablierte, wenn auch komplexe Zusammenarbeit zwischen den Institutionen gibt, wobei er gleichzeitig auf die Ungleichheit der finanziellen Mittel hinweist. Er fordert eine bessere Förderung der Universitäten, um im internationalen Vergleich konkurrenzfähig zu bleiben. Des Weiteren wird die europäische Wissenschafts- und Forschungspolitik diskutiert, die sich seit Jahrzehnten organisch entwickelt hat. Schmid kritisiert den Mangel an klaren Prioritäten und den Druck, dem die Institutionen durch die EU-Compliance unterliegen, während er gleichzeitig positive Aspekte, wie den European Research Council, hervorhebt. Auf die weltweite Forschungssituation angesprochen, spricht Schmid die geopolitischen Verschiebungen und die wachsende Konkurrenz in der Forschung an. Er warnt, dass Europa in der aktuellen Phase der globalen Umbrüche mehr tun muss, um im Bereich der Wissenschaft relevant zu bleiben. Schmid erkennt an, dass Asien und insbesondere China erhebliche Fortschritte in der Forschung machen, und er sieht die Notwendigkeit für Europa, sich stärker auf die Stärke der Geistes- und Sozialwissenschaften zu konzentrieren, um sich im internationalen Wettstreit behaupten zu können. Abschließend skizzieren die Beteiligten die Notwendigkeit einer gerechten und großzügigen finanziellen Unterstützung für die wissensschaffenden Institutionen in Österreich. Schmid äußert den Wunsch nach einer stärkeren finanziellen Ausstattung der Universitäten, um den künftigen wirtschaftlichen Strukturwandel voranzutreiben. Das Gespräch schließt mit einem Appell, dass Wissenschaftler sich mehr in die Gesellschaft einbringen sollten, um das Wissen und die Erkenntnisse einer breiten Öffentlichkeit zugänglich zu machen, und erinnert an frühere Zeiten, in denen Prominente in Wien ihr Wissen unter dem Motto der Volksbildung weitergaben.
Die „ZEITGESPRÄCHE“ sind geprägt von Anstand und Respekt. Vor Menschen, Werten und dem demokratischen Miteinander. Sie verbinden spannende Einblicke mit klugen Gedanken und vergnüglichen Momenten im Leben wunderbarer Persönlichkeiten.