ZEITGESPRÄCHE mit Gerhard Schmid

Gerhard Schmid

Thomas Schindl und Ioanna Apostolakos von den Wiener Symphonikern im ZEITGESPRÄCH 105 mit Gerhard Schmid

Thomas Schindl und Ioanna Apostolakosreflektieren über 125 Jahre Wiener Symphoniker, deren Zugang zur klassischen Musik, Herausforderungen nach der Pandemie und internationale Tourneen, sowie die Bedeutung der Musikvermittlung für junge Generationen.

24.03.2025 36 min

Zusammenfassung & Show Notes

Gespräche auf Augenhöhe, auf Höhe der Zeit: Die „ZEITGESPRÄCHE“ sind ein eindrückliches Zeugnis von Anstand und Respekt.

Zeit für Gespräche – Zeit für Antworten. Gerhard Schmid liefert mit seinen „ZEITGESPRÄCHEN“ beides. Und das zur richtigen Zeit. Denn mit dieser Reihe gelingt, was in der Eile des Alltags oft leider zu kurz kommt: Erfahrung und Persönlichkeit zusammenbringen. Das Gespräch suchen und finden. Zuhören, Menschen und ihre Geschichten und Erfahrungen wirken lassen. 

Das Interview mit Jona Apostolakos, der Geigerin der Wiener Symphoniker, und Thomas Schindl, dem Orchestervorstand, bietet einen tiefen Einblick in die Arbeit und Herausforderungen des Ensembles, das seit 125 Jahren Teil der Wiener Kulturlandschaft ist. Beide Musiker reflektieren über die Entwicklung des Orchesters, die Bedeutung der Zugänglichkeit klassischer Musik und die Erfolge, die die Symphoniker in jüngster Zeit erzielt haben. Apostolakos erläutert den Ursprung der Wiener Symphoniker, die gegründet wurden, um der breiten Bevölkerung qualitativ hochwertige, aber erschwingliche Konzerte anzubieten. Sie hebt hervor, dass der Grundgedanke, nah am Publikum zu sein, auch heute noch im Mittelpunkt der Orchestertätigkeit steht. Das Engagement für Frauen im Orchester ist ein weiterer Fokus, wobei Apostolakos betont, dass die Bemühungen nicht auf eine festgelegte Quote abzielen, sondern darauf, passende Talente unabhängig von Geschlecht zu gewinnen. Der Frauenanteil im Orchester beträgt mittlerweile etwa 50 Prozent, was eine signifikante Entwicklung seit ihrem Eintritt im Jahr 2008 darstellt. Thomas Schindl beschreibt seine Rolle im Orchester, die sowohl das Musizieren als auch die Vertretung der Musikerinteressen umfasst. Als erster Schlagzeuger und stellvertretender Pauker hat er nicht nur die musikalischen Auftritte, sondern auch das Wohl und die Rechte seiner Kollegen im Blick. Sein Erlebnis, während eines Konzerts in der Elbphilharmonie Applaus als Triangelsolist zu erhalten, illustriert die manchmal unerwarteten Momente der Wertschätzung, die Musiker erfahren. Zusammen sprechen sie über die Herausforderungen, die das Orchester nach der Pandemie zu bewältigen hat, und wie sich die Verbindung zwischen kulturellen Institutionen und der Stadt Wien verstarked hat. Apostolakos und Schindl heben die Vielzahl von Veranstaltungen hervor, die das Orchester nicht nur im Konzertsaal, sondern auch in den Gemeinden und unkonventionellen Orten in der Stadt durchführt. Dies reicht von Beisel-Konzerten bis hin zu Auftritten in Pflegeheimen und Schulen, um klassische Musik für alle zugänglich zu machen. Ein weiterer zentraler Punkt des Gesprächs ist die Rolle des Orchesters in der internationalen Musikszene. Die Wiener Symphoniker sind bekannt für ihre Auftritte bei den Bregenzer Festspielen und haben vor kurzem internationale Tourneen in Destinationen wie China, Südkorea und Japan unternommen. Diese Tourneen sind logistisch anspruchsvoll, da sie eine große Anzahl von Musikern und Instrumenten koordinieren und die kulturellen Herausforderungen berücksichtigen müssen, in denen sie auftreten. Beide Musiker reflektieren auch über die Bedeutung der Musikvermittlung und die Notwendigkeit, jüngere Generationen für die klassische Musik zu begeistern. Sie betonen, wie wichtig es ist, Kinder und Jugendliche in musikpädagogische Programme einzubeziehen, die sie auf Konzerte vorbereiten und ihnen den Zugang zu klassischer Musik erleichtern. Abschließend teilt das Paar persönliche musikalische Vorlieben und Erinnerungen, wobei Apostolakos besonders die Werke von Ravel und Debussy schätzt, während Schindl eine Vorliebe für Mahler und Bruckner äußert. Das Interview verleiht den Hörern einen detaillierten Überblick über die zeitgenössische Rolle der Wiener Symphoniker, ihre Entwicklungsprozesse und ihre fortwährenden Bestrebungen, die klassische Musik in der modernen Welt zu einem integralen Bestandteil der Wiener Kultur zu machen.

Die „ZEITGESPRÄCHE“ sind geprägt von Anstand und Respekt. Vor Menschen, Werten und dem demokratischen Miteinander. Sie verbinden spannende Einblicke mit klugen Gedanken und vergnüglichen Momenten im Leben wunderbarer Persönlichkeiten.